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Susan ließ ihn stehen und suchte nach
Evi. Einen Riesenbogen machte sie, ehe sie geradezu fragte, wer der Mann
war, mit dem sie sich im Weinkeller vergnügt hatte. Evi entrüstete sich:
„Ich? Wie kommen sie darauf“. Weil sie noch eine ganze Weile bestritt,
sagte ihr Susan auf den Kopf zu: „Soll ich Ihnen beschreiben, wie niedlich
sie Ihr Schamhaar gestutzt haben, wie unwahrscheinlich groß Ihr Kitzler
ist? Muss ich Sie erst fragen, wie es Ihnen bekommen ist, als er den Wein
auf Ihren Bauchnabel rieseln ließ und alles ein Stückchen tiefer mit den
Lippen aufsaugte?“
Evi wechselte ihre Hautfarbe im Gesicht von weiß nach rot. Gleich verlegte
sie sich auf Betteln: „Bitte verraten Sie den Walters nichts davon. Die
schmeißen mich raus. Ich habe den Mann in der Kreisstadt kennengelernt. Er
hat mir den Kopf verdreht und ich habe ihn heimlich ins Haus gelassen.“
Susan versprach nicht, dass sie ihr Wissen für sich behalten konnte. So
kam es auch, denn bei Tinas Befragung stellte sich heraus, dass für die
Nacht, in der die Computer verschwunden waren, Evi von Tina praktisch ein
Alibi bekam. Damit zerschlug sich Susans Verdacht, Evi könnte mit dem
Einbrecher zusammenarbeiten.
Als Susan allerdings erfuhr, dass Evi mit einem fremden Mann im Weinkeller
bei heißen Spielen erwischt worden war, geriet sie außer sich. Leise
knurrte sie: „Und mir hat sie erzählt, wie lange sie schon keinen Sex
gehabt hatte. Sie hat mich für sich eingenommen.“
„Meinen Sie etwa?“ setzte Susan nach.
„Ja, ich meine. Als ich mit in ihr Zimmer gegangen bin, weil sie Angst vor
dem Poltergeist hatte, sind wir uns unter ihrer Bettdecke näher gekommen.
Sie hat die Ausgehungerte gespielt. Dabei treibt sie es heimlich mit einem
Kerl. Wer ist dieser Mensch eigentlich?“
„Ein unbeschriebenes Blatt leider nicht. Sagen Sie, Frau Wagner, haben Sie
irgendwelche Kunstgegenstände im Haus?“
„Nicht, dass ich wüsste. Der ganze Kasten steht zwar unter Denkmalschutz,
aber bewegliche Kunstschätze gibt es absolut nicht. Dazu stand der Bau zu
lange leer und gammelte so vor sich hin.“
Noch einmal wurde Evi befragt. Die hoffte ja immer noch, dass die
Kriminalistin ihrer Chefin nichts von der Runde im Weinkeller verraten
würde. Deshalb war sie äußerst kooperativ. Als die Frage jedoch darauf
kam, wie lange der Mann in der vergangenen Nacht bei ihr gewesen war,
rastete sie bald aus. Sehr entschieden bestritt sie, dass überhaupt jemand
in ihrem Zimmer gewesen war. Erst auf Druck gestand sie ein, dass sie sich
Pornos angesehen hatte. Dass sie dabei wunderschön masturbiert hatte,
interessierte Susan nicht sonderlich. Dennoch verlangte sie das Video zu
sehen. Es wurde eine harte Nervenprobe für sie. Sie saß neben Evi und
musste sich ansehen, wie auf dem Bildschirm ein flotter Vierer über die
Bühne ging. Sie konnte gut nachvollziehen, wie erbärmlich die Frau
wimmerte und stöhnte, die einen Mann ritt und von dem zweiten das
Hinterstübchen ausgestopft bekam. Susan glaubte sich zu erinnern, dass sie
die Geräusche genauso in der vergangenen Nacht an Evis Tür gehört hatte.
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